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Sonntag, 15. November 2009

Freunde zu Besuch – Über Party, ein besonderes Geschenk und die Mutterstadt

Wieder einmal geht ein viel zu kurzes Wochen- dem Ende entgegen und wieder ist das traurig. Ich weiß gar nicht wer auf diese Idee kam, dem Freitag und Samstag weniger Stunden zu geben, nur damit der Sonntag länger wirkt. Da hat man doch nichts von seinen hartverdienten Ruhetagen. Und dieses Mal war sogar noch viel schlimmer, denn mein Bruder,
Jiello
und Blu waren über die freien Tage zu Besuch bei mir. Mit zahlreichem Gepäck, guter Laune, lustiger Stimmung und strotzender Freude haben meine Freunde mich am kleinen Bahnhof mit grinsenden Backen empfangen.

Rast gab es keine, wir haben die Sachen bei mir abgestellt und sind gleich losmarschiert um das Nachtleben in der frischen Hansestadt auf den Kopf zu stellen. Samstagabend das Gleiche und nun, vor guten zwei Stunden sind alle drei wieder in ihr eigenes Leben abgehauen.

Wir haben hier in meinem Zimmer zu viert geschlafen, alle kreuz und quer, saßen uns quasi auf dem Kopf und haben Unmengen an Geschirr produziert, viel gegessen und noch mehr gelacht, z.B. über Karl, über Sätze wie: "A propos Tampons: Ich muss mein Fahrrad von Alex abholen" oder "Schatz, halt's Maul". Ich muss echt sagen, dass dieses zu einem der schönsten Wochenenden die ich bislang hatte, dieses Jahr und sehr wahrscheinlich auch das nächste Jahr haben werde, gezählt werden kann.

Dann haben meine Besucher mir ein Geschenk überreicht, welches seinesgleichen sucht: Ein Bezug für meine Decke, auf die sie nahezu alle Running Gags, Witze, Sprüche oder Erlebnisse die ich mit Colorful Minds und meiner Freundin habe, kenne und entwickelt habe, gemalt, gezeichnet und/oder geschrieben haben. Ich war überwältigt, schaut einfach selbst:


Hier hat jeder mit seiner eigenen Farbe geschrieben und meiner Freundin haben sie sogar extra die Farbe "rot" gegeben.

Zuerst einmal: Noch niemand hat es geschafft, mich so sehr zu überraschen. Meistens hat Jiello eine tolle Idee, die wir dann zusammen ausbauen und jemandem eine Freude machen, welcher keine Ahnung hat, dass wir etwas für ihn gemacht haben. Und dieses Mal hat sie alle versammelt und jeder hat daran mitgewirkt. Für mich! Einen ganzen Monat haben sie es geschafft, dieses kleine Geheimnis vor mir zu bewahren. Das ist eine Menge Arbeit und Stress und ich finde das so toll, dass sich meine Freunde die Zeit genommen haben, um mir solch eine wundertolle Überraschung zu machen. Ich finde die Idee und die Ausarbeitung so klasse, ich wette, ich mache die Nacht kein Auge zu, weil ich entweder neue Sprüche lese oder vergessen habe, Sprüche gelesen zu haben und sie dann wieder lese.

Ich kam mir vor wie ein kleines Kind und habe ständig: „Oooo“ oder „Aaaa, genau!“ gesagt und habe herzlich gelacht. Es ist nur ein kleiner Satz, aber ich muss es euch einfach nochmal sagen:

Danke euch allen für dieses tolle Geschenk!

Ich bin und bleibe wohl für die ganze nächste Zeit hier restlos begeistert!

Leider waren meine Freundin, DeePerpel und Griin nicht dabei, euch habe ich echt vermisst! Zu gerne hätte ich mit euch über die Sprüche gelacht oder Insider mit den anderen ausgetauscht, aber das können wir sicherlich bald nachholen. Bald, wenn ich wieder zu Besuch komme.

Mittwoch, 11. November 2009

Meine eigene Bude

Unser Blog spinnt in einigen Bereichen und so ist auch dieser Text hier verschollen gegangen.

"Endlich, guten Gewissens kann ich den Grund für meine kurzzeitige Schreib-Abstinenz verkünden: Ich habe eine eigene Wohnung!

Sie ist nicht groß, bietet nicht viel Stauraum, aber ist wunderschön und niedlich. Meine Möbel sind schlicht und einfach gehalten, der Blick aus meinem einzigen Fenster richtet sich auf einen Innenhof, welcher auch beim kleinsten Wind droht einen Mini-Orkan entstehen zu lassen. Mini-Orkan. Dem guckst Du zu während er kleine Schnipsel und zerrissene Zeitungspassagen ärgert. Ich sag doch, es ist niedlich. Wenn ich durch den Innenhof stolziere, meinen (meinen!) Nachbarn grüße, komme ich auf eine sehr kleine Seitenstraße, die mit einer arabischen Dönerbude und einem polnischen Bäcker prahlen kann. Dieser folgend erreiche ich in wenigen Minuten das Universitätsgelände. Auch wenn ich keine Ahnung habe, in welches Gebäude ich muss oder wann meine Vorlesungen beginnen, finde ich es voll toll: Ich kann morgens aus dem Haus schwanken und bin noch nicht mal wach, wenn ich an der Uni ankomme.

Der Einzug heute war eigentlich relativ relaxed und bis auf zwei Schnitzer meinerseits gab es nicht viel an abenteuerlichen Erfahrungen. Früh aufgestanden und seitdem am Einladen, Fahren, Aufbauen und Essen. Das war der Tag für meinen Vater, meiner hatte noch einen Abschnitt Schlaf in der ermüdenden Aufzählung.
Das war auch schon mein kleiner Auszug aus dem Leben eines Erstsemesterstudenten außerhalb seiner geliebten Heimat: Die Großstadt Berlin.

Der Stress der letzten Tage, die Melancholie, die Tränen meiner Freundin und Freunde haben mich ziemlich auf Trapp gehalten, während meine Eltern versuchten es mir so leicht wie möglich zu machen und ich bin mir sicher: Da draußen sitzt mein Bruder in seinem Zimmer, hat die Anlage voll aufgedreht und wünscht sich (während er darüber nachdenkt, die Wand zwischen meinem und seinem Zimmer einzureißen), dass ich an die Tür klopfe.

So viel erst einmal von mir.

Schöne Grüße aus dem idyllischen Greifswald.

Euer Whyte"

Dienstag, 6. Oktober 2009

Von grauen Gassen und klagenden Kindern

(Whyte) Als ich aus dem zu klein geratenen Café in die kalte Gosse trat, krähte mir nur ein streunender Heuballen aus der dunklen Dämmerung entgegen. Außer ein paar wenigen Vögeln und einer hässlichen Katze schien die Straße wie leer gefegt. Meine Angst war nicht rationaler Natur, aber das Unbehagen von aufmerksamen Augen beobachtet zu werden ließ meine Nackenhaare zu Berge stehen.

„Toller Start“, dachte ich mir. „Meine erste Nacht in einer fremden Stadt und ich fühle mich unbehaglicher als ein unrasierter Bär in einem Frauenbad. Wenn das mal kein Happy End wird.“ Für diese Jahreszeit viel zu leicht bekleidet schritt ich durch die enge Gasse, schnellen Fußes Richtung meiner Wohnung. Als hätten die Bewohner und Besitzer mein Stapfen gehört, sah ich einen Kanon von schließenden Geschäften und fluchenden Arbeitern.

„Was ist denen nur über die Leber gelaufen, dass sie so früh bereits die Ladentheken der Nacht übergeben?“, fragte ich mich schmunzelnd, aber schüttelte die Gedanken schnell ab. Meine Prioritäten lagen woanders, nämlich zu Hause.

Der Wind blies fürchterlich, nein, er stürmte mit allem was er hatte durch die Allee. Ich zog nun auch das letzte Stück Reißverschluss meiner Übergangsjacke hoch und murmelte mich in meinen Rollkragen, während der Mini-Orkan alles nicht niet- und nagelfeste von seiner Position peitschte. Mit schweren Schritten und aufmerksamen Augen wanderte ich einen Parkweg entlang – eine Abkürzung.

Endlich, als ich im Innenhof ankam, hob ich den Kopf gen Mond und lies meinen Gedanken einen kurzen Auslauf: „Daran hatte ich eigentlich nicht gedacht, als ich an einen ‚schweren Start‘ gedacht hatte.“

Zu Hause zog ich meine Sportschuhe aus, war sie unachtsam in die Ecke und mich selber auf das Bett. Erschöpft richtete ich meinen Kopf auf die Uhr. Es war 18:23Uhr.

Es ist halb sieben in Greifswald und die Menschen lassen sich nicht mehr blicken.

Es ist halb sieben in Greifswald und die Bürgersteige klappen hoch.

Es ist halb sieben in Greifswald und ich bin allein.